Steuerstrafrecht
Steuerhinterziehung, Selbstanzeige und die Verteidigung im steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahren.
- Anhörungsbogen Steuerhehlerei § 374 AO: richtig reagieren
Ein Anhörungsbogen wegen Steuerhehlerei bedeutet, dass gegen Sie bereits ein Ermittlungsverfahren läuft und Sie beschuldigte Person sind. Sie müssen ausschließlich Ihre Personalien angeben, zur Sache dürfen Sie nach § …
- Verdeckte Gewinnausschüttung durch private Rechnungen
Wenn eine GmbH eine private Rechnung ihres Gesellschafter-Geschäftsführers bezahlt, als Anlagevermögen aktiviert und abschreibt, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung nach § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG vor. Das mindert das …
- Ausländische Trusts: Steuerhinterziehung vermeiden
Ein ausländischer Trust ist nicht verboten, löst in Deutschland aber drei getrennte Besteuerungszugriffe aus, die unabhängig voneinander Erklärungspflichten begründen. Die Dotierung gilt nach § 7 Abs. 1 Nr. 8 Satz 2 …
- Sperrgründe des § 371 Abs. 2 AO: Selbstanzeige zu spät
§ 371 Abs. 2 AO zählt abschließend die Sperrgründe auf, bei deren Vorliegen eine Selbstanzeige ihre strafbefreiende Wirkung verliert, selbst wenn sie inhaltlich vollständig und formal korrekt eingereicht wird. Vier …
- Verständigung im Steuerstrafverfahren: § 257c StPO
Die Verständigung nach § 257c StPO – umgangssprachlich „Deal“ – ist die gesetzlich geregelte Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Angeklagtem über den Ausgang des Verfahrens, und sie kommt regelmäßig erst …
- Steuerhinterziehung mit Auslandsbezug: Ermittlung 2026
Deutsche Finanzbehörden erfahren von Auslandsvermögen 2026 meist automatisch: Banken in Teilnehmerstaaten des Common Reporting Standard melden Kontostände und Erträge bis zum 31. Juli, das Bundeszentralamt für Steuern …
- Versuchte Steuerhinterziehung: BGH zu Auslandsverlusten
Wer in seiner Steuererklärung Verluste aus einer ausländischen stillen Beteiligung ansetzt, die ihm materiell nicht zustehen, macht sich nach § 370 Abs. 1 Nr. 1 AO, §§ 22, 23 StGB der versuchten Steuerhinterziehung …
- Steuerhinterziehung bei Kapitalerträgen: Die Risiken
Bei Kapitalerträgen entsteht eine Steuerhinterziehung nach § 370 AO besonders häufig, ohne dass der Betroffene das im Moment des Handelns bemerkt. Die Abgeltungswirkung nach § 43 Abs. 5 EStG tritt nur ein, wenn eine …
- Steuerfahndung vor der Tür: Die ersten 30 Minuten
Erscheint die Steuerfahndung unangekündigt, entscheiden die ersten dreißig Minuten häufig über den gesamten weiteren Verlauf des Verfahrens. Wer als Beschuldigter gilt, hat nach § 136 Abs. 1 StPO das Recht, zur Sache zu …
- § 153a StPO: Einstellung gegen Geldauflage
Nach § 153a StPO kann die Staatsanwaltschaft ein Steuerstrafverfahren mit Zustimmung des Gerichts und des Beschuldigten gegen eine Geldauflage vorläufig und bei fristgerechter Zahlung endgültig einstellen, ohne dass ein …
- Kryptowährung Steuerhinterziehung: Haltefrist und Vorsatz
Wer Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch von Kryptowerten innerhalb der einjährigen Haltefrist nach § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Einkommensteuergesetz nicht erklärt, begeht eine Steuerhinterziehung nach § 370 …
- Angekaufte Steuerdaten als Beweismittel: Verwertbarkeit 2026
Angekaufte Steuerdaten, sogenannte Steuer-CDs, dürfen deutsche Gerichte grundsätzlich als Beweismittel verwerten, obwohl sie in aller Regel durch eine rechtswidrige Tat einer Privatperson im Ausland beschafft wurden. …
- Selbstanzeige 2026: Zeitfenster vor der Reform nutzen
Die strafbefreiende Selbstanzeige nach § 371 AO gilt unverändert fort. Ende April 2026 wurde jedoch bekannt, dass das Bundesfinanzministerium eine Reform anstrebt, nach der die Selbstanzeige bei hohen …
- Innergemeinschaftliche Kettengeschäfte im Karussellbetrug
Ein innergemeinschaftliches Reihen- oder Kettengeschäft im Sinne des § 3 Abs. 6a UStG liegt vor, wenn mehrere Unternehmer über denselben Gegenstand nacheinander Liefergeschäfte abschließen, der Gegenstand aber nur ein …
- Scheinlieferungen in andere EU-Staaten (§ 6a UStG)
Eine Scheinlieferung in einen anderen EU-Mitgliedstaat liegt vor, wenn die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 1 Buchst. b, § 6a UStG von vornherein zu Unrecht in Anspruch genommen wird, weil die Ware tatsächlich niemals das …
- Schwarzumsätze in Gastronomie und Einzelhandel
Schwarzumsätze in Gastronomie und Einzelhandel entstehen nicht erst durch die Manipulation eines Kassensystems, sondern häufig bereits dadurch, dass Bareinnahmen von vornherein gar nicht oder nur teilweise in die …
- Umgehung der Steuerschuldnerschaft (§ 13b UStG)
Wird das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG nicht aus Versehen, sondern bewusst falsch gehandhabt, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen, verlässt der Sachverhalt den Bereich des bloßen …
- Vorsteuerabzug aus Scheinrechnungen (§ 370 AO, § 14c UStG)
Eine Scheinrechnung liegt vor, wenn der abgerechneten Leistung überhaupt keine reale wirtschaftliche Leistung des in der Rechnung genannten Ausstellers zugrunde liegt – anders als beim bloß formellen Rechnungsmangel …
- Ausfuhrlieferung ohne Ausfuhrnachweis (§ 4 Nr. 1 UStG)
Ausfuhrlieferungen in Drittländer sind nach § 4 Nr. 1 Buchst. a i. V. m. § 6 UStG von der Umsatzsteuer befreit, jedoch nur, wenn der Unternehmer die Voraussetzungen der Ausfuhr durch einen Beleg- und Buchnachweis gemäß …
- Innergemeinschaftliche Lieferung ohne Belegnachweis
Die Steuerbefreiung einer innergemeinschaftlichen Lieferung nach § 4 Nr. 1 Buchst. b i. V. m. § 6a UStG setzt voraus, dass der liefernde Unternehmer das tatsächliche Gelangen des Gegenstands in einen anderen …
- Kleinunternehmerregelung durch Firmenaufsplittung umgangen
Die Aufteilung eines wirtschaftlich einheitlichen Unternehmens auf mehrere Rechtsträger – etwa Ehegatten, Angehörige oder mehrere Einzelunternehmen und GbRs –, um jede Einheit formal unter der seit 1.1.2025 geltenden …
- Organschaft zur Umsatzsteuerverkürzung missbraucht
Die umsatzsteuerliche Organschaft nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG setzt voraus, dass eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das …
- Umsatzsteuer beim Amazon-FBA-Handel verschleiert
Wer Amazon FBA nutzt, überlässt Amazon die Lagerung der eigenen Ware – und Amazon verteilt diese im Rahmen von Programmen wie Pan-EU oder dem CEE-Programm regelmäßig auf Lager in mehreren EU-Staaten. Jede solche …
- Kassenmanipulation trotz TSE-Pflicht: Steuerstrafrecht
Seit dem 1. Januar 2020 müssen elektronische Kassensysteme nach § 146a AO über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) verfügen, die jede Kasseneingabe fälschungssicher protokolliert. Fehlt die TSE …
- § 13b UStG-Fehler bei Bauleistungen: Wann strafbar?
Wenden Bauunternehmer § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG (Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bauleistungen) fehlerhaft an, handelt es sich zunächst um einen zivil- und umsatzsteuerrechtlichen Anwendungsfehler, keine …
- Umsatzsteuer vereinnahmt, nicht abgeführt – strafbar?
Die bloße Nichtzahlung einer korrekt angemeldeten und erklärten Umsatzsteuer erfüllt für sich genommen keinen Straftatbestand nach § 370 AO – Steuerhinterziehung ist ein Erklärungsdelikt, kein Nichtzahlungsdelikt, …
- Umsatzsteuerkarussell: Risiko für gutgläubige Unternehmer
Ein Umsatzsteuerkarussell missbraucht die Steuerfreiheit innergemeinschaftlicher Lieferungen, indem ein sogenannter Missing Trader Umsatzsteuer offen ausweist, aber nicht abführt, während zwischengeschaltete …
- Vorsteuerabzug ohne Rechnung: Steuerhinterziehung?
Der Vorsteuerabzug nach § 15 UStG setzt grundsätzlich eine Rechnung voraus, die alle Pflichtangaben des § 14 Abs. 4 UStG vollständig und richtig enthält; fehlen einzelne Angaben, kann die Finanzverwaltung den …